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Gisela Schittenhelm mit Bundesverdienstkreuz geehrt

Ministerin Hoffmeister-Kraut: „Es sind Persönlichkeiten wie Gisela Schittenhelm, die unsere Gesellschaft zusammenhalten und sie menschlich machen“

In Anerkennung ihrer großen Verdienste und ihres ehrenamtlichen, sozialen Engagements für ihre Mitmenschen hat Gisela Schittenhelm von Bundespräsident Joachim Gauck das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen bekommen. Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut überreichte ihr die Auszeichnung am vergangenen Freitag, 10. März 2017, in der Stadthalle in Balingen.

Oberbürgermeister Reitemann konnte zu der Verleihung eine große Anzahl von Gästen begrüßen, darunter Familienangehörige und langjährige Freunde und Wegbegleiter von Gisela Schittenhelm. Sein besonderer Gruß galt Wirtschaftsministerin Frau Dr. Hoffmeister-Kraut und zahlreichen anwesenden Trägern des Ehrenrings und der Bürgermedaille der Stadt Balingen. Er freute sich, dass mit Gisela Schittenhelm eine sehr engagierte Bürgerin unserer Stadt mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet wurde.

„Wenn wir uns in dieser unruhigen, von mancher Krise geprägten Zeit fragen, was unsere Gesellschaft eigentlich zusammenhält, dann erkennen wir: Es sind Persönlichkeiten wie Gisela Schittenhelm. Menschen, die sich aus tiefer Überzeugung heraus ehrenamtlich engagieren, die sich für andere einsetzen, Mitmenschlichkeit leben und aus diesem Geist heraus unser Gemeinwesen aktiv mitgestalten“, würdigte Ministerin Dr. Hoffmeister-Kraut die Geehrte.

Werte wie Nächstenliebe, Gemeinsinn und Solidarität könnten nicht von oben herab verordnet werden, so die Ministerin. Gutes Zusammenleben gelinge aber nicht ohne diese Werte. Die Gesellschaft sei daher angewiesen auf Menschen, die diese Werte aus innerer Überzeugung lebten und so das soziale Klima in unserem Land nachhaltig prägten: „Es liegt auch an Ihnen, liebe Frau Schittenhelm, dass Baden-Württemberg Ehrenamtsland Nummer 1 in Deutschland ist.“

In ihrer Laudatio würdigte die Ministerin ausführlich die einzelnen Schwerpunkte im Engagement Gisela Schittenhelms, die 1945 in Balingen geboren wurde und sich seit mehr als drei Jahrzehnten in den Dienst ihrer Mitmenschen stelle. Ausgelöst durch eigene Betroffenheit innerhalb der Familie, begann sie Mitte der 1980er Jahre, sich für Dialysepatienten einzusetzen, gründete die Regionalgruppe Balingen, Hechingen und Albstadt, und schloss damit eine Lücke in der Region. Ihr Engagement setzte sich fort auf Landesebene, wo sie bis in die 1990er Jahre hinein u. a. stellvertretende Vorsitzende des Dialyseverbandes Baden-Württemberg war. In engem Zusammenhang mit ihrem Einsatz für Dialysepatienten stand zunehmend auch das Engagement, für mehr Aufklärung über und Bereitschaft zur Organspende zu werben. Durch vielfältige Aktionen hat Gisela Schittenhelm das Bewusstsein für dieses Thema im Zollernalbkreis geschärft.

Aus ihrem sozialen Engagement heraus gelangte Gisela Schittenhelm in die Kommunalpolitik, in der sie gut ein Jahrzehnt als Mitglied des Gemeinderats in Balingen aktiv war. Hier warb sie - neben dem anhaltenden Einsatz für soziale Themen - auch für mehr aktive Beteiligung von Frauen in der Kommunalpolitik. Hoffmeister-Kraut: „Gisela Schittenhelm ist ein leuchtendes Vorbild dafür, was Frauen in diesem Feld bewegen können und warum es mehr Frauen in der Politik braucht.“

Mehr als zwei Jahrzehnte leistete Gisela Schittenhelm daneben aktive Seelsorgearbeit im kirchlichen Bereich, insbesondere bei Älteren, Kranken und einsamen Menschen in Balingen. Hieraus erwuchs die Idee, eine Tafel für bedürftige Menschen auch in Balingen zu gründen. Gisela Schittenhelm gab hierfür den entscheidenden Anstoß und flocht ein großes Netzwerk an Unterstützern, privaten Spendern und ehrenamtlichen Helfern, auf das die Balinger Tafel angewiesen ist. Viele Spendenaktionen für die Tafel, etwa die Tütenaktionen, für die Schittenhelm persönlich in großen Supermärkten stehe und bei denen sie höchst erfolgreich für die Arbeit der Tafel werbe, seien auf ihre Initiative zurückzuführen.

Ministerin Hoffmeister-Kraut: „Diese besonderen und jahrelangen Verdienste von Gisela Schittenhelm erfahren durch die Verleihung mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland heute eine angemessene Würdigung durch unser Gemeinwesen, das ihr zu großem Dank verpflichtet ist.“

Im Anschluss an die Übergabe des Verdienstordens gratulierte Oberbürgermeister Reitemann auch im Namen des Gemeinderates und der Stadtverwaltung ganz herzlich zu dieser besonderen Auszeichnung. Er ging in seinen Ausführungen insbesondere auf das kommunalpolitische Wirken von Gisela Schittenhelm sowie ihr jahrelanges Engagement in der Städtepartnerschaft mit Royan ein. „ Ich bewundere aufrichtig, mit wieviel Herzblut Sie sich bis heute für soziale Themen in unserer Stadt und für die Menschen einsetzen. Sie sind als ermutigendes und anspornendes Vorbild in unserer Gesellschaft verwurzelt und Sie können Stolz darauf sein, was Sie für die Stadt Balingen geleistet haben“, betonte OB Reitemann.

Die frühere Pfarrerin der Stadtkirche Balingen, Kristina Reichle, erinnerte daran, dass Gisela Schittenhelm am Aufbau der Balinger Tafel maßgeblich beteiligt war und sich hier bis heute in vorbildlicher Weise engagiert. Aber auch ihre vielseitige Arbeit in der Kirchengemeinde hob sie lobend hervor.

Zum Schluss bedankte sich Gisela Schittenhelm für die hohe Auszeichnung und betonte dabei auch wie wichtig die Unterstützung ihrer Familie und ihrer Mitstreiter ist. Die musikalische Umrahmung der Veranstaltung übernahmen die beiden Saxophonsolisten Markus Böttinger und Hendrik Feichtinger von der Jugendmusikschule Balingen

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