Familie beim Wandern

Waagenmuseum

Balingen - Deutschlands bedeutendste Waagenstadt

Balingens Waagenbau hat Tradition. Im heutigen Stadtteil Ostdorf schuf David Hahn einen seiner Ursprünge. Der Bruder des berühmten Mechanikerpfarrers Philipp Matthäus Hahn baute dort die erste Wand-Neigungswaage.

Heute ist Balingen die bedeutendste Waagenstadt Deutschlands und weist in diesem Industriezweig mit etwa 1800 Beschäftigten bundesweit die meisten Arbeitsplätze auf, haben doch hier sowohl Bizerba als auch Kern & Sohn ihren Sitz. Beide Unternehmen sind im Bereich des Laden-, Industrie- und Laborwaagenbaus die ältesten in Familienbesitz befindlichen Betriebe Deutschlands. Wägetechnik zur genauesten industriell möglichen Gewichtsbestimmung - und damit höchste Wägepräzision - wird in Balingen gefertigt.

Das Museum


Im "Zollernschloss", dem historischen Wahrzeichen der Stadt, befindet sich das Waagenmuseum, weltweit wohl eine der größten Sammlungen ihrer Art. Kaum ein hoch entwickeltes technisches Produkt hat eine so lange Entwicklungsgeschichte wie die Waage, sie gehört zu den bedeutendsten Erfindungen des Menschen. Ihre Urform lässt sich über Jahrtausende zurückverfolgen. In Technik, Wirtschaft und Wissenschaft ist sie ein unentbehrliches Element und kulturgeschichtlich gesehen, ein viel genutztes Symbol für Gerechtigkeit und Gleichheit. Die Funktionen moderner Waagen sind längst alltägliche Selbstverständlichkeit und gehen weit über das reine Wägen hinaus.

Die rund 450 Exponate des Museums veranschaulichen fast lückenlos den Weg der Entwicklung dieses vielfältigen Messinstrumentes, von der einfachen gleicharmigen Balkenwaage bis hin zu intelligenten PC-Waagen und hochsensiblen Elektronik-Waagen der Gegenwart. Zu sehen sind: mittelalterliche Ratswaagen, Bäcker-, Chemiker-, Butter- und Metzgerwaagen, Haushaltswaagen, Apothekerwaagen, Gewürz- und Teewaagen, Münz- und Goldwaagen, Analysenwaagen, Dezimalwaagen, Personenwaagen, Laden- und Industriewaagen sowie vieles andere mehr.

Kostbarste Stücke der Sammlung sind eine über 2000 Jahre alte Römische Schnellwaage und zwei um 1790 entstandene Originalexemplare der ersten feinmechanischen Neigungswaage, die auf den schwäbischen "Mechanikerpfarrer" Philipp Matthäus Hahn zurückgeht und das Vorbild für weitere Entwicklungen der Wägetechnik wurde. Auch eine Rekonstruktion des 1767 noch aus Holz gebauten Prototyps einer Wand-Neigungswaage ist zu sehen. Gigantisch sind die Dimensionen der aus dem 18. Jahrhundert stammenden "Heuwaage", einer Laufgewichtswaage, mit der ganze Fuhrwägen samt der Ladung angehoben und gewogen werden konnten. Das einmalige Stück befindet sich in der benachbarten Zehntscheuer.

Zur Geschichte der Waage gehören auch die Gewichte. Die Sammlung enthält Sätze aus den verschiedensten Epochen, gefertigt aus Stein, Eisen, Messing, Glas und Porzellan.

Das Museum verdankt seine Existenz der Sammelleidenschaft von Prof. Wilhelm Kraut (1875-1957), Waagenfabrikant und Ehrenbürger der Stadt Balingen, der 1943 seine Privatsammlung als Grundstock des Waagenmuseums der Stadt als Leihgabe zur Verfügung stellte. Nach wie vor wird die inzwischen erheblich erweiterte Sammlung in den Räumen des historischen "Zollern-Schlosses" präsentiert. Die weitere technische Entwicklung wird durch interessante Exponate sowohl aus dem Besitz von Bizerba als auch von Kern & Sohn dargestellt.

Versierte Waagenkenner führen die Besucher fachkundig durch die interessante Technikgeschichte und machen auch auf die Besonderheiten der Objekte aufmerksam. So wird die Begegnung mit der Vergangenheit aber auch mit der Gegenwart der Waage zum beeindruckenden Erlebnis.

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(6,753 MB)

Verschiedene Waagen
 
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