Schloss

Dezernat 3 - Bau und Technik

Neue Straße 31
72336 Balingen

Ansprechpartnerin
Nadine Wißmann
Tel.: 07433/170-288
nadine.wissmann@balingen.de

Öffnungszeiten

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Sanierungsgebiete

Bahnhofsareal - Stadteingang Nord

Landschaftsarchitekt Gerd Holzwarth erläuterte am Donnerstag, 21. Juni seine weiterentwickelte Planung (2,629 MB) zur Neugestaltung des Bahnhofsvorplatz im kleinen Saal der Stadthalle. Prof. Dr. Pesch lobte den Wettbewerbsgewinner als einen weiteren Baustein in der Abfolge attraktiver Stadträume. Der Preisgerichtsvorsitzende beeindruckte mit einer leidenschaftlichen Rede über Baukultur.

Planung Bahnhofsvorplatz
Planung Bahnhofsvorplatz

Einen ersten Überblick zu den Bahnhofsvorplatz-Planungen erhalten Sie auch im Infoschaufenster des Baudezernats an der Färberstraße.

Bürgerinformationsveranstaltung in der Stadthalle

In einer von Oberbürgermeister Helmut Reitemann eröffneten und moderierten Informationsveranstaltung am 21. Juni 2018 haben sich interessierte Bürgerinnen und Bürger über die aktuelle Planung zum Bahnhofsvorplatz informiert. Im Anschluss an die Fachvorträge von Baudezernent Michael Wagner, Landschaftsarchitekt Gerd Holzwarth und Prof. Dr. Pesch konnten Fragen gestellt und Kritik geäußert werden. Im Zentrum der Diskussion stand der planerische Vorschlag, durch einen zusätzlichen Baukörper den Bahnhofsvorplatz räumlich zu fassen und angemessen zu dimensionieren. Prof. Dr. Pesch, der die Stadt Balingen auch im integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) begleitet, betonte die Bedeutung der Gestaltung und Nutzung des Gebäudes für die Belebung des Platzes.

Stadtplanung vor Ort

Unterstützt von Baudezernent Michael Wagner stellten sich Mitarbeiterinnen vom Amt für Stadtplanung und Bauservice am Samstag, 9. Juni auf dem Marktplatz den Fragen und Anregungen interessierter Bürgerinnen und Bürger. Anhand historischer und aktueller Fotos aus unterschiedlichsten Blickwinkeln sowie mit einem Modell wurde die weiterentwickelte Planung zum Bahnhofsvorplatz erläutert und diskutiert.

Städtebaulicher Wettbewerb

Die aktuell diskutierte Planung ist das Ergebnis eines städtebaulichen Ideen- und Realisierungswettbewerbs. Am 31.März 2017 hat das Preisgericht unter dem Vorsitz von Herrn Prof. Dr. Pesch intensiv über 19 eingereichte Wettbewerbsbeiträge beraten. Der mit 28.000 € dotierte 1. Preis ging an HOLZWARTH Landschaftsarchitektur mit Yellow Z aus Berlin. Das Entwicklungsgebiet im nördlichen Kernstadtbereich stellt einen weiteren wichtigen Baustein nachhaltiger Stadtentwicklung dar.

Die prämierten Arbeiten im Überblick:

Öffentliche Ausstellung in der Stadthalle und im Rathaus

Am 1. und 2. April 2017 waren alle 19 Entwürfe für interessierte Bürgerinnen und Bürger im Konferenztrakt der Stadthalle öffentlich ausgestellt. Eröffnet wurde die Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten durch Baudezernent Michael Wagner und Matthias Schuster, der als einer von vier hochkarätigen Fachpreisrichtern im Preisgericht vertreten war. Von Montag, 3. April bis Samstag, 8. April 2017 waren die besten Entwürfe im Rathaus-Foyer zu sehen.

Das Plangebiet

Das Wettbewerbsgebiet liegt am nördlichen Stadteingang und ist Teil des Sanierungsteilgebiets „Bahnhofstraße“. Es erstreckt sich vom Park-and-Ride-Parkplatz im Norden über den zentralen Busbahnhof und Bahnhofsvorplatz, der Bebauung westlich der Bahnhofstraße mitsamt der ausgedehnten Parkierungsfläche am ehemaligen Holzverladeplatz bis hin zum sog. Klöckner-Areal im Süden. Der städtebauliche Ideenwettbewerb soll Perspektiven für eine langfristige und nachhaltige Entwicklung im Plangebiet liefern.

Derzeit ist der nördliche Eingang in die Balinger Innenstadt wenig einladend: Der Bereich rund um den Bahnhofsvorplatz besitzt keinerlei Aufenthaltsqualität. Wer mit Bus oder Bahn ankommt, trifft zunächst auf einen von unzureichender Gestaltung und mangelnder Funktionalität geprägten Stadtraum, bevor er in die bereits neugestaltete Bahnhofstraße gelangt. Die Bahnhofstraße selbst, welche eine der wichtigen Erschließungsachsen der Stadt Balingen darstellt und das im Bereich der Friedrichstraße begonnene Gestaltungskonzept des Stadtkerns nach Norden fortsetzt, wurde bereits mit einem früheren Sanierungsprogramm neugestaltet. Sie stellt derzeit den Auftakt in die Kernstadt dar.

Warum ein Wettbewerb?

Der Stadteingang Nord soll als solcher eine angemessene Aufwertung erfahren. Im Zentrum des Wettbewerbs stehen der im Realisierungsteil gelegene Abschnitt der Bahnhofstraße vom ehemaligen Baltrikgebäude bis zur Einmündung Mörikestraße sowie der Bahnhofsvorplatz.

Die Aufgabenstellung insgesamt war sehr komplex: Neben der Neugestaltung der öffentlichen Verkehrsflächen, der Schaffung ausreichender öffentlicher Parkierungsanlagen sowie einer sinnvollen Erschließung der rückwärtigen Bereiche zwischen Bahnhofstraße und Gleisanlagen wurden auch nachhaltige städtebauliche Lösungen für Privatgebäude und Quartiere gesucht.

So sind der in Privatbesitz befindliche denkmalgeschützte Bahnhof, die seit Langem leerstehende ehemalige Bahnhofsgaststätte, mehrere unsanierte Altbauten entlang der Bahnhofstraße sowie das zwischen Am Lindle und Kalkofen gelegene Klöckner-Areal Bestandteil der Wettbewerbsauslobung.

Zur barrierefreien fußläufigen Anbindung der westlich der Bahnlinie gelegenen Wohngebiete soll der unter Denkmalschutz stehende Fußgängersteg denkmalsensibel aufgewertet und mit einem Aufzug ausgestattet werden.

Der Bahnhofsvorplatz als Herzstück des Wettbewerbs

Die Neuordnung und Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes und der südlich daran angrenzenden Flächen rund um die ehemalige Bahnhofsgaststätte sind Herzstück des Wettbewerbs. Für den Platz wurden konkrete Gestaltungsvorschläge erwartet, die kurz- bis mittelfristig realisiert werden sollen (sogenannter Realisierungsteil). Sowohl Bahnhof als auch Bahnhofsgaststätte befinden sich in Privatbesitz. Beide Eigentümer waren von Anfang an in das Wettbewerbsverfahren eingebunden.

Das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude wird durch denkmalgerechte Sanierungs- und Umbaumaßnahmen durch den Eigentümer sukzessive weiterentwickelt. Die Idee eines Mobilitätszentrums mit Car-Sharing, Fahrradwerkstatt und E-Bike-Verleih sowie Fahrkartenverkaufsbüro wird abgerundet durch ein Café mit Außenterrasse, kulturellen Angeboten in der Wartehalle und einer geplanten Hotelnutzung in den Obergeschossen. Durch die Neugestaltung des Vorplatz soll das Bahnhofsgebäude einen würdigen Auftakt und somit eine erhebliche Aufwertung erfahren.

Die bestehenden Asphaltflächen östlich des Bahnhofs und der Bahnhofsgaststätte sind derzeit voll auf den PKW-Verkehr ausgerichtet und entbehren jeder Aufenthaltsqualität. Ziel der Neukonzeption ist es, den künftigen Vorplatz weitestgehend frei von Verkehr zu halten und zu einem von Fußgängern und Radfahrern gleichermaßen genutzten, attraktiven Stadtraum zu machen.

Die ehemalige Bahnhofsgaststätte

Die ehemalige Bahnhofsgaststätte steht nicht unter Denkmalschutz. Da eine sinnvolle Folgenutzung aufgrund der schlechten Bausubstanz nicht möglich ist, wurde das Gebäude zur Disposition gestellt. Viele Wettbewerbsbeiträge haben zur Bildung angemessener städtischer Raumkanten und zur Schaffung eines Platzcharakters eine Neubebauung vorgeschlagen, die zusammen mit dem prägenden Bahnhofsgebäude den neuen Stadteingang bilden soll. Die architektonische Ausgestaltung des Gebäudes war nicht Gegenstand der Wettbewerbsaufgabe. Aufgrund seiner städtebaulichen Bedeutung erfordert der Entwurf eine angemessene Sensibilität, weshalb die Stadt Balingen von der Bauherrschaft eine Planungskonkurrenz in Form einer Mehrfachbeauftragung verlangen wird. Die Sadt Balingen wünscht sich vor allem im Erdgeschoss eine Nutzung, die den Bahnhofsvorplatz bereichert und gemeinsam mit dem im Bahnhof untergebrachten Café La Gare zu einem belebten Ort werden lässt.

Wie läuft ein Wettbewerb ab?

Wenn es darum geht, auf komplexe Fragestellungen gute planerische und gestalterische Antworten finden zu wollen, ist der Städtebauliche bzw. der Architekturwettbewerb das Mittel der Wahl. Er stellt die bestmögliche Qualitätssicherung hinsichtlich Funktionalität, Ökonomie, Ästhetik und Nachhaltigkeit dar und genießt aufgrund seiner fairen Wettbewerbsbedingungen und dem hohen Maß an Transparenz große Wertschätzung in der Öffentlichkeit.

Der Wettbewerb  „Bahnhofsareal – Stadteingang Nord“ wurde als nichtoffener städtebaulicher Ideenwettbewerb mit Realisierungsteil nach den Richtlinien für Planungswettbewerben durchgeführt.
Das bedeutet, dass eine beschränkte Zahl an Planern eine detailliert gestellte Aufgabe innerhalb einer festgesetzten Frist bearbeitet. In der Auslobung (1,551 MB) werden sowohl formal-rechtliche wie auch inhaltliche Aspekte der Wettbewerbsaufgabe detailliert dargestellt.

Die inhaltlichen Vorgaben der Auslobung wurden zunächst zwischen der Stadt Balingen als Ausloberin und dem Wettbewerbsbetreuer Herr Gerd Grohe von Kohler Grohe Architekten aus Stuttgart vorbesprochen. Es fanden außerdem Abstimmungsgespräche mit den beiden vom Realisierungsteil betroffenen Eigentümern statt. Der Großteil der Entwurfsaufgabe besteht im Aufzeigen von mittel- bis langfristigen Entwicklungsmöglichkeiten im Plangebiet. Darin eingebettet liegt der tatsächlich zur baulichen Umsetzung gedachte Realisierungsteil.

Dem eigentlichen Wettbewerbsverfahren vorgeschaltet war die Preisrichtervorbesprechung: Am 6. Oktober 2016 wurde vom gesamten Preisgericht, welches mit hochkarätigen Fachleuten (Stadtplaner, Architekten und Landschaftsarchitekten), Vertretern der Verwaltung (darunter Oberbürgermeister und Baudezernent) sowie einem Vertreter jeder Gemeinderatsfraktion besetzt ist, die Auslobung Satz für Satz geprüft, diskutiert und schließlich im Konsens verabschiedet.

Am 08. November 2016 war der Bewerbungsschluss für das europaweit ausgeschriebene Verfahren. Die Teilnehmer mussten sich über festgelegte Eignungskriterien für die Teilnahme qualifizieren, dazu gehören Nachweise bisher realisierter, ähnlich gelagerter Planungsaufgaben wie auch Auszeichnungen und Wettbewerbserfolge. Insgesamt haben sich 23 Büros, zum Teil auch aus dem europäischen Ausland, beworben. 22 davon haben das Auswahlverfahren erfolgreich durchlaufen. Da die Anzahl der Teilnehmer auf 20 begrenzt war, entschied am 15. November 2016 das Los.  Zusätzlich zu den so ermittelten Teilnehmern sind 6 weitere hoch qualifizierte Planungsbüros durch die Ausloberin Stadt Balingen direkt gesetzt, so dass insgesamt 26 Teilnehmer an der Ausarbeitung der Entwürfe beteiligt waren. Die Auslobung wurde am 18. November 2016 an die Teilnehmer verschickt.

Nach einer rund dreimonatigen Bearbeitungszeit wurden 19 Arbeiten in Plan und Modell fristgerecht eingereicht. In der anschließenden Vorprüfung der Arbeiten, die durch das Büro Kohler Grohe Architekten in hoher Professionalität für die Stadt Balingen durchgeführt wurde, wurde sorgfältig abgeprüft, ob die Entwürfe den formalen und inhaltlichen Anforderungen der Auslobung entsprechen.

Am Freitag, 31. März 2017 tagte das Preisgericht. Die Entwürfe wurden im Gremium eingehend begutachtet und bewertet, bis sich schließlich eine Rangfolge aus Preisträgern und Anerkennungen formierte. Das Preisgericht empfiehlt dem Gemeinderat der Stadt Balingen einstimmig, den mit dem 1. Preis ausgezeichneten Entwurf von HOLZWARTH Landschaftsarchitektur in Arbeitsgemeinschaft mit Yellow Z aus Berlin (3,413 MB) mit der weiteren Bearbeitung zu beauftragen.

Weitere Schritte

Der Bahnhofsvorplatz soll bis zur Gartenschau 2023 als attraktiver Ort des Ankommens für die zahlreichen zu erwartenden Besucher fertiggestellt sein. Sobald der Gemeinderat grünes Licht gibt, wird das Planungsbüro mit der konkreten Entwurfs- sowie Werk- und Detailplanung beauftragt werden. Parallel dazu wird das Bebauungsplanverfahren vorangetrieben, das mit Aufstellungsbeschluss vom 29.Januar 2013 bereits vor einigen Jahren eingeleitet wurde. So können die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Verkehrsneuordnung und die Gestaltung des Bahnhofsumfeldes geschaffen werden.

Kontinuierliche Stadtentwicklung in Balingen

Mit großem Erfolg betreibt die Stadt Balingen seit über 30 Jahren die städtebauliche Erneuerung des Stadtkerns.

Als Startschuss einer nachhaltigen und zukunftsweisenden Stadtentwicklung gilt der in den 1980er Jahre durchgeführte Städtebauliche Ideenwettbewerb, der im Zusammenwirken von Verkehrskonzept und Einzelhandelskonzeption die heutige Fußgängerzone mit Marktplatz erst möglich machte. In den Folgejahren wurden u.a das Gebiet „Klein Venedig“ zum attraktiven Wohnquartier weiterentwickelt, das unter dem Stichwort „Integrierte Stadtquartiersentwicklung am Wasser“ bundesweite Beachtung fand

Doch Stadtplanung ist ein niemals abgeschlossener Prozess: Derzeit sind die an das Stadtzentrum anknüpfenden Bereiche „Vor dem Mühltor“, „Hinterer Kirchplatz“ und eben auch das „Bahnhofsareal – Stadteingang Nord“ im Fokus der Stadtplaner.

Die Ausrichtung der Gartenschau im Jahr 2023 sowie das in den kommenden Jahren zu erarbeitende Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) bringen weitere Handlungsfelder mit sich und sorgen so für eine auf Zukunftsfähigkeit ausgerichtete Stadtentwicklung, die Balingen als attraktiven Standort für gesundes Wohnen und Arbeiten erhalten und dauerhaft weiterentwickeln wird.

Weitere Infos

Weiterentwickelte Planung Holzwarth Landschaftsarchitektur (2,629 MB)

Wettbewerbsentwurf Holzwarth Landschaftsarchitektur (656,6 KB)

Weitere Entwürfe (15,255 MB)

Protokoll Preisgerichtssitzung (1,403 MB)

Auslobung (1,551 MB)

 
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