Schloss

Dezernat 3 - Bau und Technik

Neue Straße 31
72336 Balingen

Ansprechpartner
Jens Ruggaber
Tel.: 07433 / 170-337
jens.ruggaber@balingen.de

Öffnungszeiten

Montag bis Mittwoch
08.00 - 12.00 Uhr
14.00 - 16.30 Uhr

Donnerstag
08.00 - 12.00 Uhr
14.00 - 17.30 Uhr

Freitag
08.00 - 12.00 Uhr

Stadtentwicklung

Natura 2000 (FFH/Vogelschutz)

Mit dem Aufbau des europaweit vernetzten Schutzgebietssystem Natura 2000 wird das verbindlich geregelte EU-Recht der FFH-Richtlinie (Fauna=Tierwelt, Flora=Pflanzenwelt, Habitat=Lebensraum) und Vogelschutzrichtline umgesetzt. Dies hat zum Ziel, dass die in Baden-Württemberg vorhandenen gefährdeten Lebensraumtypen sowie Pflanzen- und Tierarten mit europaweiter Bedeutung als gemeinsames Naturerbe für kommende Generationen einheitlich erhalten und entwickelt werden.

Baumwiese mit Informationstafel Wiesenbrüter
Baumwiese mit Informationstafel Wiesenbrüter

Das FFH-Gebiet „Kleiner Heuberg und Albvorland“ (877 ha) und das Vogelschutzgebiet „Wiesenlandschaft bei Balingen“ (970 ha) befindet sich westlich von Balingen. Die reich gegliederte Landschaft wird durch großflächiges, artenreiches Grünland - die sogenannten ‚Magere Flachland-Mähwiesen’ -, Hecken, Streuobstbestände, Äcker und Bachtäler geprägt.

Die besondere Bedeutung und Schutzwürdigkeit des Gebietes zeigt sich auch in der Vogelwelt. Es kommen Arten vor, die landesweit selten oder vom Aussterben bedroht sind – so auch insbesondere das Braunkehlchen als Brutvogel. Der Erhalt der charakteristischen blumenbunten Wiesen und seiner Bewohner liegt vornehmlich in der Hand der naturbewusst wirtschaftenden Landwirte.

Das FFH-Gebiet Nr. 7719-341 „Gebiete um Albstadt“ (1.572 ha) liegt am Steilabfall der Schwäbischen Alb östlich von Balingen. Die kargen, steinigen Böden auf den Kuppen und die Steilhänge am Albtrauf erlauben oft nur eine sehr extensive Nutzung. Von Bedeutung für Natura 2000 sind besonders die Wacholderheiden. Kalk-Magerrasen und Magere Flachland-Mähwiesen sind im FFH-Gebiet ebenfalls mit größeren Flächenanteilen vertreten. Besonders hervorzuheben sind die Flächen am Irrenberg. Viele floristische Besonderheiten sowie seltene Schmetterlinge, Wildbienen und Vogelarten finden hier ihren Lebensraum. Bedingt durch die landwirtschaftlich weniger genutzten Standorte des weißen und braunen Jura zeichnen sich die Gebiete um Albstadt durch hohe Waldanteile aus. Vor allem Bestände mit alten Buchen sind für viele Tierarten wie Spechte und Fledermäuse von großer Bedeutung.

Die Landschaft des FFH-Gebiets Nr. 7819-341 „Östlicher Großer Heuberg“ (2.189 ha) südlich von Balingen auf der Hohen Schwabenalb, mit Höhen bis 1000 m ü.NN., hat nicht nur klimatisch einen rauen Charakter. Die kargen, steinigen Böden sind wenig ertragreich. Von Bedeutung für Natura 2000 sind die Wacholderheiden, Kalk-Magerrasen, Berg-Mähwiesen und Mageren Flachland-Mähwiesen. Die Buchenwälder prägen am Nordabhang der Schwäbischen Alb, zusammen mit den Felsen und Schutthalden des Albtraufs, ein einzigartiges Landschaftsbild und sind Lebensraum für eine reiche Pflanzen- und Tierwelt. Unter den naturnahen Wäldern des Gebiets beeindrucken besonders das Bannwaldgebiet „Untereck“ südlich vo Balingen und der Schonwald Plettenkeller bei Ratshausen.

Eine Grundlage für die Sicherung der FFH-Gebiete und Vogelschutzgebiete sind Managementpläne (MaP) (alte Bezeichnung: Pflege- und Entwicklungspläne, PEPL). Sie sind für alle Natura 2000-Gebiete erstellt. Dazu wurden die Vorkommen von Lebensraumtypen und Arten der FFH-Richtlinie bzw. der relevanten Arten der Vogelschutzrichtlinie erfasst und bewertet, sowie konkrete Maßnahmen für ihre Pflege und Entwicklung zusammen mit den Landeigentümern, Pächtern etc. festgelegt. 

FFH-Mähwiesen-Monitoring

Baden-Württemberg hat aufgrund seines hohen Anteils am Gesamtbestand der FFH-Mähwiesen in der kontinentalen Region Deutschlands eine besondere Verantwortung für diese FFH-Lebensräume und ist danach verpflichtet, einen günstigen Erhaltungszustand seiner europaweit bedeutenden Arten und Lebensräume dauerhaft zu bewahren oder wiederherzustellen. Um die Wirksamkeit der ergriffenen Schutzbemühungen zu überprüfen, müssen die Erhaltungszustände der Arten und Lebensräume regelmäßig überwacht werden (FFH-Monitoring). Die Ergebnisse dieser Überwachung werden alle sechs Jahre an die EU berichtet (zuletzt 2016). 
 

Weitere Infos


Managementplan für die Natura 2000-Gebiete "Kleiner Heuberg und Albvorland bei Balingen" und "Wiesenlandschaft bei Balingen"    

Mitten in Europa: Wiesen bei Balingen - Flyer Wiesenbrüter ((4,083 MB))

Managementplan für das Natura 2000-Gebiet "Gebiete um Albstadt"

Managementplan für das Natura 2000-Gebiet "Östlicher Großer Heuberg"

LUBW Baden-Württemberg - Berichtspflichten und Monitoring

 
powered by ITEOS