Entstanden ist die prämierte Aufnahme in einem Pflegeheim in Albershausen in Baden-Württemberg. Bewohnerin Waltraud unterhält sich dabei mit Roboterdame Emma. Emma kann Gesichter erkennen, nonverbale Signale analysieren und sich an Gespräche erinnern und reagiert mit Sprache und Gestik. „Obwohl sie anfangs skeptisch war, baute Waltraud mit der Zeit eine enge Bindung zu Emma auf“, berichtet Paula Hornickel. Der Seniorin gefalle es, wenn Emma Witze erzähle, das sei genau der richtige Humor. Allerdings würde Waltraud menschlichen Kontakt immer vorziehen, schreibt die Fachhochschule Dortmund.
Die 27-jährige Paula Hornickel zeigt mit ihrem eindrücklichen Foto einerseits den Personalmangel in Pflegeeinrichtungen auf sowie andererseits die zunehmende Einsamkeit älterer Menschen. Die sozialen Roboter werden von einem Münchner Start-up entwickelt und erprobt. Das Pflegeheim hat dafür ein Jahr lang seine Erfahrungen mit Emma dokumentiert. Es zeigte sich, dass Mitarbeitende der Einrichtung durchaus Potenzial in der Roboterdame erkannt hätten. Sie trage dazu bei, die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner zu verbessern. Doch alles vermag Emma noch nicht zu leisten: Sie kann sich nicht selbstständig bewegen und die Gespräche mit ihr seien noch nicht immer vollständig zusammenhängend. „Ein Mitarbeiter habe die elektrische Helferin als ‚ein sehr teures Unterhaltungsgerät‘ bezeichnet“, heißt es bei der Fachhochschule.
Die Studentin und Preisträgerin Paula Hornickel wurde in Cottbus in Brandenburg geboren, ist Porträt- und Dokumentarfotografin. Sie lebt und arbeitet in Dortmund und Berlin. In ihren Werken spiegeln sich Themen wie Zukunftsvisionen, Popkultur und gesellschaftliche Fragen, oft in Verbindung mit aktuellen Ereignissen, schreibt die FH Dortmund weiter. Parallel zu ihrem Studium absolviert Paula Hornickel derzeit ein Master-Studium in Visueller Kommunikation an der Universität der Künste Berlin. Sie arbeitet freiberuflich für Redaktionen und Kooperationsprojekte. Für ihre Bachelor-Arbeit hat sie sich mit der Begegnung von Mensch und Roboter beschäftigt. Das prämierte Foto ist in der Ausstellung neben vielen weiteren zu sehen.