vergangene Veranstaltungen

Hier finden Sie Informationen zu einzelnen Veranstaltungen, die in der Zehntscheuer stattfanden

Frau kniet mit Kamera
World Press Photo Logo

10.08.2022

FotoSlam zum Thema „Heimat“
19 Uhr, Eintritt: 7 Euro.

Was bedeutet für mich Heimat? Wer diese Frage fotografisch zu beantworten versteht, hat gute Chancen, beim dritten Balinger Foto Slam im Rahmen der „WPP“ auf der Bühne zu stehen – und um die Gunst des Publikums zu buhlen.

So einfach geht’s: Reichen Sie bis Montag, 1. August, ein Foto zum Thema „Heimat“ per E-Mail an fotoslam@zak.de ein, das aus Ihrer Sicht bei diesem Thema nicht fehlen darf. Ob Sie es mit einem Handy oder einer professionellen Kamera aufgenommen haben, zufällig eingefangen haben oder nun sogleich anfertigen wollen, spielt dabei keine Rolle – die Jury, die entscheidet, wer sein Foto dem Publikum  in der Zehntscheuer präsentieren darf, bewertet ausschließlich die inhaltliche Aussage Ihres Fotos.
Die besten Fotos schaffen es auf die Bühne.

Wer am Ende zu den glücklichen 15 Auserwählten gehört, darf sein Foto im Stil eines Poetry Slams auf der Bühne präsentieren. Und im Duell mit den anderen Teilnehmern des Abends um die Gunst des Publikums buhlen. Erlaubt ist dabei, was gefällt; der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt: Dichten, singen, tanzen – oder einfach ein paar Worte zur vielleicht bewegenden Entstehung Ihres Fotos, alles ist beim Foto Slam möglich. Er wird auch in seiner bereits dritten Auflage von Poetry-Slam-Profi Johannes Elster aus Ludwigsburg moderiert. Übrigens: Wer den Foto Slam als Siegerin oder Sieger verlässt, entscheidet am Ende der Applaus des Publikums. Den drei Bestplatzierten winken auch in diesem Jahr tolle Preise.

Hans-Jürgen Burkard
World Press Photo Logo

24.07.2022

Hans-Jürgen Burkard: die „Stern“-Legende
Der Fotograf Hans-Jürgen Burkard berichtet in Balingen von seinem Lebenswerk
11 Uhr, Eintritt: 7 Euro.

„Wir machen das.“ Hans-Jürgen Burkard feiert gerade seinen 70. Geburtstag in Hamburg, als der Zollern-Alb-Kurier ihn zur „WPP“ nach Balingen einlädt. Doch so viel Zeit muss sein: Klar kommt er, selbst mehrfach im Rahmen der World Press Photo Awards ausgezeichnet, nach Balingen. Klar kennt er die Gegend: Er war es, der den Thyssen-Krupp-Testturm in Rottweil für das Handelsblatt in Szene gesetzt hatte, mitsamt des als fotoscheu geltenden Vorstands. Deshalb haben sie Burkard geschickt, den Mann für alle Fälle.
„Seine wichtigsten Arbeiten sind stets Ergebnis einer fundierten Recherche und Auseinandersetzung mit der jeweiligen Thematik“, befand im vergangenen Jahr die Deutsche Gesellschaft für Photographie. „Sie beleuchten gesellschaftliche Verwerfungen und menschliche Schicksale.“ Dieses Mal war es der Dr.-Erich-Salomon-Preis, der Burkard zuteil wurde. Hans-Jürgen Burkard, 1952 in Lahnstein geboren, studierte von 1975 bis 1981 Visuelle Kommunikation mit dem Schwerpunkt Fotographie an der Fachhochschule Dortmund. Bereits während des Studiums realisierte er Reportagen für GEO und „Stern“. Zehn Jahre lang arbeitete er für GEO, wechselte dann als „Fester Freier“ zum „Stern“ und wurde einer der ersten akkreditierten westlichen Fotografen in der ehemaligen Sowjetunion, fasst die Deutsche Gesellschaft für Photographie seinen Karriereweg zusammen.
Burkards Fotoreportagen aus dieser Zeit wie „Die Mafia“, die „Rote Armee“, „Stalins lange Schatten“, „In Sibirien“ „Moloch Moskau“, „Szene Moskau“ „Religion in Russland“, „die Kreml-Connection“ und viele andere gaben bis dahin nie gesehene Einblicke in die Tabuzonen dieses Landes, konstatierte die Jury im vergangenen Jahr.
Die turbulenten Zeiten in der Sowjetunion sind ein Schwerpunkt seiner Arbeit, so dass Russland, wie Hans-Jürgen Burkard sagt, einst „seine zweite Heimat“ geworden sei. Doch bei seinem Besuch in Balingen wird Burkard auch davon berichten, wie er zuletzt Deutschland neu entdeckte. Er, der die Arbeiter in den von Pestizid-Schwaden durchsetzten Bananenplantagen Costa Ricas begleitet hatte, in den Untergrund Moskaus zu den Schlafplätzen der Straßenkinder herabgestiegen ist und in den Slums Brasiliens fotografiert hat. Und der demnächst eine Knieprothese braucht, weil er einst im zweiten Tschetschenien-Krieg von einem Panzer gefallen ist. In Grozny war das. „Ich habe fast jeden Dreck der Erde gesehen“, sagte Burkard im vergangenen Jahr in der „Welt“.
Sein jüngstes Projekt im Auftrag des „Stern“ wirft einen ungewöhnlichen Blick auf Deutschland, auf die Heimat: „An Tagen wie diesen“, so lautet der Bildband, der daraus entstanden ist, kombiniert Burkards Fotos mit bekannten Musiktiteln. Auch diese Fotos wird er in Balingen zeigen.

Moderation: Thomas B. Jones.

Ausstellungsplakat der Balinger Fortschrittfotos

14. Juli 2022

Eröffnung der neuen Sonderausstellung "Balinger Fortschrittfotos"
19 Uhr, Eintritt frei

Die Resultate unseres Fotowettbewerbs sind nun in der Zehntscheuer zu bestaunen. große und kleine Fotos, schwarz-weiß und farbenfroh zeigen sie den Fortschritt in Balingen, vom Umzug des Stadtarchivs über die Veränderungen am Zollernschloss-Ensemble bis zu kunstvoll in Szene gesetzten "Puppenspielen" an längst vergangenen Orten.
Zur Vernissage wird Oberbürgermeister Reitemann ein Grußwort sprechen und die Gitarrenschüler*innen der Jugendmusikschule zeigen ihre Fortschritte in der Pop-Musik.

25. Juni 2022

Jazz-Club-Konzert
19:30 Uhr / Einlass 18:30 Uhr - Sozialer Eintrittspreis "zahle, was du willst".

Im Rahmen der BwMusix spielt die Big Band der Bundeswehr gemeinsam mit der Haigerlocher Big Band Connection '74 ein Club Konzert in der Zehntscheuer. Ein wirklich außergewöhnliches Event. 
Die Big Band der Bundeswehr gilt als eine der besten in Deutschland und wird Ihnen gemeinsam mit den Haigerlocher Musiker*innen einen unvergesslichen Abend bereiten.

Freuen Sie sich auf eine großartige Akustik und eine intime Atmosphäre.

©Krystin Unverzagt

23. Juni 2022

Auf ein Bier mit der Erde
Dialogforum zu Geowissenschaften für Erwachsene und Jugendliche.
Eine Veranstaltung der Humboldt Universität und Freien Universität zu Berlin 
19 Uhr, Eintritt frei, Bier und Snacks

Dr. Laura Gaßner, Karlsruher Institut für Technologie, zum Thema "Erdbebenforschung und Windenergie"
Prof. Dr. Randolf Rausch, Technische Universität Darmstadt, zum Thema "Grundwasser und Karst"

1. Was können Wissenschaft und Politik von der Perspektive und den Ideen der Bürgerinnen und Bürger lernen?
Transformationsprozesse, die mit Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Energiewende und steigender Rohstoffnachfrage zusammenhängen, bestimmen bereits jetzt das Leben im ländlichen Raum. Die Menschen sind Akteurinnen und Akteure oder Betroffene, oft beides zusammen. Das lokale Wissen und der Erfahrungsschatz über Herausforderungen und Chancen dieser Transformationsprozesse sollten Bestandteile momentaner und zukünftiger geowissenschaftlicher Forschung und Politik sein.

2. Welche Idee steckt hinter eurem Projekt?
Die meisten Veranstaltungen der Wissenschaftskommunikation finden in Großstädten statt. Während der ländliche Raum im Fokus vieler geowissenschaftlicher Nutzungen und Forschungsprojekte steht, gibt es dort selten mehr als einfache Informationsveranstaltungen zu geplanten Vorhaben. Die Geowissenschaftliche Landpartie bringt Geowissenschaftlerinnen und Geowissenschaftler an diese Orte, genau mit der Intention ihre Forschung zu kommunizieren, mit Nicht-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftlern in einen Dialog auf Augenhöhe zu treten und eine grundlegende wissenschaftliche und kontroverse Auseinandersetzung zu ermöglichen.

3. Was wollt ihr mit eurem Projekt erreichen?
Zum einen möchten wir die Fragen und Perspektiven einer wenig beachteten Zielgruppe, der ländlichen Bevölkerung, proaktiv in Forschungsfragen von hoher geowissenschaftlicher und gesellschaftlicher Relevanz einbeziehen. Zum anderen soll durch das Projekt nicht nur das Wissenschaftsinteresse dieser Zielgruppe an geowissenschaftlichen Themen gesteigert werden, sondern auch ihre Fähigkeit, dazu fundiert Stellung zu beziehen und sich aktiv in öffentliche Diskurse einzubringen.
Langfristig sollen unsere einladenden und interaktiven Formate „Auf einen Kaffee mit der Erde“ und „Auf ein Bier mit der Erde“ nach dem Wissenschaftsjahr 2022 als Modell für die aktive Einbindung der Bevölkerung bei laufenden und zukünftigen geowissenschaftlichen Forschungsprojekten dienen.

Mehr Informationen zum Forschungs-Projekt

Profilfoto der Märchenerzählerin Sigrid Maute
(c) Sigrid Maite

4. und 11. Juni 2022

Märchensamstage in Balingen
Erlebnis für Familien mit Kindern ab 5 Jahren
jeweils 14 Uhr, Eintritt frei, ohne Anmeldung

Sigrid Maute bringt eine Schatzkiste voller Märchen mit und ihr dürft euch die Märchenschätze heraussuchen, zu denen sie erzählt. – Das wird spannend.

An den Märchensamstagen ist der Busverkehr in Balingen gratis und am 4. Juni feiern unsere Nachbarn von Schlegel's Toys ihren ersten "Geburtstag" mit einem Straßenfest!

Profilfoto von Prof. Dr. Regina Ammicht Quinn
(c) Universität Tübingen

19. Mai 2022

Mann und Frau und allerhand dazwischen:
Wozu um Himmels Willen braucht man Genderforschung?
Vortrag von Prof. Dr. Regina Ammicht Quinn  über Rollenbilder in unserer Sprache
19 Uhr, Eintritt frei


Was hat es mit "Gender" auf sich? Warum gibt es den andauernden Streit um "Gender" in der Sprache und im gesellschaftlichen Leben?
Der Vortrag versucht, einige Wege durch die unordentliche Landschaft von "Gender" und Sexualität aufzuzeigen. Er befasst sich mit Beinkleidern, Burkas und Bikinis, mit Geschlechtsorganen und Rollenerwartungen und mit Respekt und Gerechtigkeit.

Regina Ammicht Quinn studierte Katholische Theologie und Germanistik, promovierte zur Ethik der Theodizeefrage und schrieb ihre Habilitation zu Körper, Religion und Sexualität.
Im Zusammenhang von Erstplatzierungen bei Berufungen wurde ihr mehrfach das dafür nötige kirchliche „nihil obstat“ verweigert. Seit 2002 ist sie Professorin für Ethik am Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) der Universität Tübingen und seit 2014 Sprecherin des Zentrums.
Zudem gründete und leitet sie das Zentrum für Gender- und Diversitätsforschung (ZGD) der Universität Tübingen zusammen mit Prof. Ingrid Hotz-Davies.

Im Rahmen unserer Sonderausstellung Schamlos? Sexualmoral im Wandel wird der Vortrag die Zusammenhänge zwischen Sprache und gesellschaftlichen Rollenbildern eingehend untersuchen und dabei auch den einen oder anderen "Schmunzler" hervorbringen.

Cora Bieß
(c) Universität Tübingen

14. April 2022

„Deepfakes“ - Meinung machen mit manipulierten Medien.
Vortrag und Workshop mit Cora Bieß, Universität Tübingen
19 Uhr, Eintritt frei

Cora Bieß arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt SIKID (Sicherheit für Kinder in der digitalen Welt – Regulierung verbessern, Akteure vernetzen, Kinderrechte umsetzen). Sie studierte  im Master Friedensforschung und Internationale Politik (Universität Tübingen und Ándrassy Universität Budapest). Bis 2020 forschte sie im Projekt TANGO zu Technik-Innovation sowie zu sozialwissenschaftlichen und ethischen Analysen zu Governance, und insbesondere zu Deepfakes. Darüber hinaus ist sie seit 2019 in der Berghof Foundation im Bereich Globales Lernen für Konflikttransformation tätig.

Deepfakes beschreiben realistisch wirkende Medieninhalte (Foto, Audio und Video), welche durch Techniken der künstlichen Intelligenz abgeändert worden sind. Es lassen sich so vermeintliche Tatsachen "erstellen". Die vielfach beschriebene "Macht der Bilder" macht die heutige Medienlandschaft für solchen Missbrauch besonders anfällig.

Die Referentin wird in ihrem Vortrag auf die medialen Rollenbilder von Frauen und "Pornografie" als Ursprung von Deepfake-Technologien eingehen und die ethischen Implikationen von Deepfakes für die Gesellschaft aufzeigen..
Im anschließenden "Mitmach-Teil"  bekommen Besucher:innen die Möglichkeit, auch selbst Teil manipulierter Medieninhalte zu werden und in verschiedenen Rollen an einer Diskussionsrunde teilzunehmen, bspw. als Vertreterin einer Frauenrechtsbewegung, Mitarbeiter einer Nachrichtenagentur, Journalistin des "Postillon" oder als Museumspädagoge.

Einladungsplakat Jugendmusikschule Balingen

3. April 2022

Musik im Wandel der Zeit
Ensemblekonzert der Jugendmusikschule Balingen
17 Uhr, Eintritt frei, wir bitten um Spenden für die Ukraine-Hilfe des DOMIZIEL e.V.

Eine zweistündige Klangreise dokumentiert den Fortschritt in der Musikgeschichte. Von Barock und Klassik über die Moderne, von Jazz zu Rock und Pop. Intoniert von den besten Jungmusikern der Region mit ihren beliebtesten Instrumenten! Das Programm des Abends finden Sie HIER (234 KB).
Wir werden das Ensemblekonzert als Benefizkonzert durchführen und hoffen auf Ihre Unterstützung! Der Spendenerlös fließt an den Verein DOMIZIEL e.V. und unterstützt dort junge Geflüchtete aus der Ukraine, die in Balingen oder der Region angekommen sind. Damit werden gezielt benötigte Spielsachen und dergleichen für Kinder und Jugendliche angeschafft um etwas Freude in das Leben dieser jungen Menschen zu bringen.

Wir rechnen mit großem Andrang, weshalb wir auf das Tragen einer FFP2 Maske bestehen werden, auch wenn dies landesweit nicht mehr vorgeschrieben sein sollte.

Mehrer Logo

Mit Pause, leckerem Fingerfood
und freundlicher Unterstützung der Mehrer Compression GmbH.

13. März 2022

öffentliche Führung mit Sibylle Sandra Schulz
Schamlos? Sexualmoral im Wandel
15 Uhr, Eintritt frei, um Spenden wird gebeten

Sibylle Schulz erhielt ihr Diplom in Kommunikationswissenschaften von der Universität Hohenheim und promoviert derzeit an der Universität Konstanz zu Norm(alis)ierungsprozessen im Bereich Sexualität.
Zudem arbeitet sie in der Unternehmenskommunikation eines Start-Ups und beschäftigt sich nebenbei mit Modedesign.

Birgit Kruckenberg-Link

8. März (Weltfrauentag)

Her mit dem ganzen Leben - Wir wollen Brot und Rosen
Vortrag von Birgit Kruckenberg-Link zu kommunaler Gleichstellungsarbeit
19 Uhr, Eintritt frei, es gibt Snacks und Getränke 

Zielstrebig, humorvoll und herzlich: So beschreiben Weggefährtinnen Birgit Kruckenberg-​Link, 19 Jahre lang hat sie sich als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Herrenberg für die Chancengleichheit von Frauen und Männern engagiert und in dieser Zeit wichtige Akzente in Stadtgesellschaft und Verwaltung gesetzt. An diesem Abend erzählt sie von Ihrer Arbeit, welche Herausforderungen sie meistern konnte und womit sie Erfolge feierte.
Da sie in ihrem "zweiten Leben" im Ruhestand regelmäßig als Kabarettistin mit dem Duo Frauengold auftritt, wird es nicht nur ein spannender und informativer Abend, sondern es wird auch herzlich gelacht werden!
UND: Männer sind ausdrücklich und ebenso herzlich eingeladen!. 

Anzeige zur Ausstellung SCHAMLOS

3. Februar 2022

SCHAMLOS? - Sexualmoral im Wandel
Vernissage
19 Uhr, Eintritt frei, keine Anmeldung notwendig

Die Schauspielerin Hildegard Knef erregt Anfang der 1950er Jahre noch Aufsehen, als sie in einer Filmszene kurz nackt zu sehen ist. Heute erreichen die Schilderungen sadomasochistischer Praktiken in der Roman-Trilogie "Shades of Grey" Millionenauflagen.

Die Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland beleuchtet mit rund 900 Objekten die tiefgreifenden Veränderungen von Sexualmoral und Geschlechterbeziehungen in Deutschland seit 1945. Sie verfolgt die materiellen, rechtlichen, kulturellen und mentalen Entwicklungen bis in die Gegenwart. Dabei berücksichtigt sie auch die unterschiedlichen Lebensbedingungen im geteilten Deutschland.

"Sozialistische Moral"
Die DDR gilt im Vergleich zur Bundesrepublik bis heute vielen als weniger prüde. Doch auch hier herrschen eindeutige Normen und Regeln, vorgegeben von der SED. "Unsere DDR ist ein sauberer Staat", erklärt die Partei 1965.
Sie verbietet Prostitution und Pornografie, weil die Menschen "anständig" leben sollen. Voreheliche Sexualität gilt zwar als natürlich, doch soll eine Beziehung in die Ehe münden. Frauen und Männer sind formal gleichberechtigt, aber auch in der DDR prägen traditionelle Rollenbilder die Geschlechterbeziehungen.

Sexualmoral im Wandel
Die Trennung von Sexualität und Fortpflanzung, der Wandel von Rollenbildern sowie die zunehmende Kommerzialisierung von Erotik und Sexualität sind nur einige Aspekte der Ausstellung. Objekte wie ein als Geheimversteck für einen Beate-Uhse-Katalog hergerichtetes Buch, eine von Feministinnen getragene lila Latzhose oder ein in der DDR ausschließlich für den Export produziertes erotisches Kartenspiel machen das Ausstellungsthema konkret und fassbar.

Portrait des Autors Jürgen Gückel

28. Januar 2022

Jürgen Gückel liest
Heimkehr eines Auschwitz-Kommandanten
Wie Fritz Hartjenstein drei Todesurteile überlebte.

19 Uhr,  Eintritt frei, Anmeldung notwendig.
In Kooperation mit der Heimatkundlichen Vereinigung Zollernalb e.V.

Jürgen Gückel ist Journalist und Autor. Er war fast vier Jahrzehnte als Redakteur und Korrespondent für die Zeitungen der Madsack-Gruppe, darunter Peiner Allgemeine, Hannoversche Allgemeine Zeitung und Neue Presse, tätig und arbeitete zuletzt 23 Jahre lang als Polizei- und Gerichtsreporter des Göttinger Tageblattes.Für seine Arbeiten ist er vielfach ausgezeichnet worden. Er erhielt den Konrad-Adenauer-Lokaljournalisten-Preis für seine Serie über das Wirken der Justiz, den Regino-Preis für eine Serie über die Grundrechte. Er deckte den Transplantations-Skandal am Universitäts-Klinikum Göttingen auf und wurde dafür zusammen mit Kolleginnen der Süddeutschen Zeitung und der Taz mit dem Wächterpreis des Verbandes der Deutschen Zeitungsverleger geehrt. Viermal wurde ihm der Alexander-Journalistenpreis zugesprochen, unter anderem für eine Serie und ein Buch über das Grenzdurchgangslager Friedland. Und den August-Madsack-Preis erhielt er für seine Berichte in einem spektakulären Mordfall. Er lebt heute wieder in seiner alten Heimat am Rande jenes Dorfes, in dem ein NS-Massenmörder zum geachteten Dorfschullehrer werden konnte.