Neubau Brücke Hürsten in Engstlatt
Neubau der Brücke Hürsten ab Juni 2026
Die Stadt Balingen errichtet ab Juni 2026 eine neue Brücke über die Bahnstrecke in Engstlatt, welche das Neubaugebiet Hertenwasen mit dem Ortskern verbindet.
Der Stadtteil Balingen‑Engstlatt wird derzeit durch die Bahnstrecke Tübingen–Sigmaringen geteilt. Die bestehenden Querungen – die enge Unterführung an der Furtwiesenstraße sowie der beschrankte Bahnübergang an der Wertenbachstraße – bieten keine zeitgemäße, sichere und leistungsfähige Verbindung zwischen den Ortsteilen. Gleichzeitig soll das neue Baugebiet Bol‑Hertenwasen optimal an das Orts- und Schulzentrum angebunden werden. Um diese unzureichende Verkehrssituation zu verbessern, entsteht eine neue Straßenüberführung über die Bahnlinie.
Der Kreuzungspunkt zwischen Straße und Bahn befindet sich bei Bahnkilometer 38,9+08. Vorgesehen ist ein einfeldriges, integrales und vorgespanntes Rahmenbauwerk mit Flachgründung, das die Straße in gerader Linienführung und mit einem Kreuzungswinkel von 97,73 gon über die Gleise führt. Die lichte Weite zwischen den Widerlagern beträgt 32 Meter. Die Straße entspricht der Kategorie HS III nach RASt 06 und erhält beidseitige Gehwege. Die Fahrbahnbreite zwischen den Schrammborden beträgt 6,00 Meter, die Gesamtbreite zwischen den Geländern 9,60 Meter, woraus sich eine Brückenfläche von rund 307 Quadratmetern ergibt. Die lichte Höhe zwischen Unterkante Überbau und Oberkante Gleise beträgt 6,37 Meter und erfüllt damit die Anforderungen der DB Netz AG für eine mögliche spätere Elektrifizierung der Strecke.
Als wichtiges innerörtliches Verbindungselement wird die Brücke bewusst ansprechend gestaltet. Eine abgerundete Unterkante des Überbaus sowie schräg gestellte Widerlager sorgen für ein optisch aufgeweitetes Lichtraumprofil und reduzieren die sichtbaren Flügelflächen. Durch die symmetrische Einbindung in den Geländeeinschnitt fügt sich das Bauwerk harmonisch in die Topographie des Bahnkörpers ein. Äußere Randbedingungen wie bestehende Bebauung, ein Radweg sowie die Anforderungen an das Lichtraumprofil für eine mögliche Elektrifizierung begrenzen die Brückengradiente. Daher wurde eine besonders schlanke Bauweise mit vorgefertigten Bauteilen gewählt, die ohne Trag- oder Lehrgerüst auskommt. Dadurch liegt das Tragwerk vollständig unter der Fahrbahn, was dem Bauwerk eine leichte Anmutung verleiht und gleichzeitig wichtige Bauteile vor tausalzhaltigem Wasser schützt.
Unter den gegebenen örtlichen Verhältnissen stellt die gewählte Bauart sowohl gestalterisch als auch wirtschaftlich die optimale Lösung dar. Die Bauausführung erfordert nur geringe Eingriffe in den laufenden Bahnbetrieb. Der eigentliche Brückenschlag kann in vier Einhebevorgängen erfolgen.
Im Zuge der Brückenbaumaßnahme wird der bestehende Radweg unter dem Bauwerk hindurchgeführt. Darüber hinaus werden die Gehwege und Straßen auf beiden Seiten der Brücke an die neue Verbindung angeschlossen. Ebenso werden zwei neue Baugrundstück erschlossen. Zusätzlich werden verschiedene Leitungen der Versorgungsträger unter dem Brückenbauwerk mitgeführt, um die Infrastruktur beiderseits der Bahnstrecke miteinander zu verknüpfen.
- Baukosten: 2.500.000 €
- Baubeginn: Juni 2026
- Planung: IB Ammann, IB Sweco
- Ausführende Firma: Züblin, Stuttgart
- Auskunft: Tiefbauamt Balingen Tel. 07433/170-291
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